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Die Historie des Leimbacher Schlosses

 

Die Herren von Leimbach und das Schloß

Das Schloss wurde 1145 gebaut. 1974 fand man in einem Stein des Schlosses diese eingehauene Jahreszahl. Urkunden belegen, dass wahrscheinlich die ersten Besitzer des Schlosses, die Herren von Leimbach waren. Die ersten Belege über die Herren von Leimbach stammen aus dem 13. Jahrhundert und können bis zur Mitte des 16. Jahrh. verfolgt werden. Aus den Unterlagen geht hervor, dass die Herren von Leimbach fast 200 Jahre lang Burgmänner auf der Burg in Salzungen im Dienste verschiedener Henneberger Grafen und sächsischer Herzöge waren.

Folgende Namen sind unter den angegebenen Jahreszahlen erwähnt:

1229 Gertrud und Berthold von Leimbach   1386 Götz und Tochter Katharina von Leimbach
1232 Erbo von Leimbach   1374 bis 1378 Apel von Leimbach Pfarrer zu Salzungen
1241 Berlt und Tochter Bertrade von Leimbach   1380 Albrecht von Leimbach Pfarrer zu Salzungen
1257 bis 1304 Berthold und Sohn Ludwig von Leimbach   1410 Mese von Leimbach mit Kindem Hans und Gysel
1313 bis 1346 Hertnid von Leimbach (Hertnidus) Burgmann   1410 Gisset von Leimbach mit Kindem Stephan und Ferne
1363 Hertnid von Leimbach Probst zu Neuenberg b. Fulda   1436 Hans und Jorge von Leimbach (Brüder)
1348 bis 1384 Hermann der Ältere von Leimbach , Burgmann   1436 Gysel von Leimbach (vermutlich Schwester von Hans und Jorge)
1367 bis 1386 Heinrich von Leimbach Burgmann   1443 bis 1508 Johann von Leimbach Amtmann
1351 bis 1374 Konrad von Leimbach Burgmann   1451 Katharina von Leimbach Klosteljungfrau zu Allendorf
1371 Rysin von Leimbach und ihre Kinder   1508 Anna von Leimbach Klosterjungfrau zu Allendorf
1381 bis 1396 Hermann der Jüngere von Leimbach Burgmann   1556 Gyso von Leimbach

 

Mit dem Tod des Gyso von Leimbach soll dieses Geschlecht ausgestorben sein. Bereits mit dem Tod des Hans von Leimbach sind die Lehen an den Grafen Friedrich von Henneberg -Römhild gegangen, der sie an die Gebrüder Wilhelm, Hans, Balthasar, Caspar Frowin und Geyse von Haun weiterreichte. Dazu gehörte die Hälfte der Leimbachischen Lehen zu Salzungen, Langenfeld, Leimbach und Witzelroda. Die Burgmänner zu Salzungen (auch oft als Burgvögte, Burghauptmann, Castellanus bezeichnet) hatten Lehen im Umland und dienten sowohl dem Grafen von Henneberg als auch den sächsischen Fürsten. Sie waren verantwortlich für Ordnung und Sicherheit auf der Burg und in der Stadt und hatten richterliche und militärische Gewalt.

Als wenig später die Erbtochter Barbara von Haun den Wolf von Butler ehelichte, kam Leimbach gewissermaßen als Heiratsgut in den Besitz der Butlers. An der Stelle des alten Gutsgehöftes wurde um 1700 das heutige Schloss im damaligen schlichten Renaissancestil erbaut, was auch das Butlersche Wappen über dem Portal deutlich machte.

Der auffällige Treppenturm des Schlosses erinnert mit der Grundform eines halben Achtecks an den Haunschen Hof in Salzungen, sowie auch an das Schloss in Wasungen. Die schrägen Fenster des Turmes und auch die profilierten Fenster der zweistöckigen Fassade haben ebenfalls Gemeinsamkeiten. Derselbe Baumeister könnte hier am Wirken gewesen sein, zumal alle drei Gebäude zu einem Rittergut gehörten.





Die Herren von Butler

Nach dem Erlöschen des Männerstammes derer von Leimbach und einer Zwischenetappe des Besitzes deren von Haun ging, wie bereits erwähnt, der Besitz des Rittergutes Leimbach an die Familien von Butler über. Aus den im Staatsarchiv Meiningen vorhandenen Unterlagen aus dem Gutsarchiv Wildprechtroda ist folgendes über das Gut in Leimbach zu erfahren:

Am 13.03.1848 bescheinigte der Schultheiß von Leimbach, Jeremias Kallenbach den Empfang eines Lehnbuches, welcher dieser vom Amtsverwalter Köhler aus Wildprechtroda erhalten hat. Der Rittergutbesitzer ,,Lieutnant" Carl von Butler zu Wildprechtroda, dem auch das Gut zu Leimbach gehörte, klagt in einer Akte auf Herausgabe dieses Lehnbuches, welches er in den 30iger Jahren hatte anfertigen lassen über die ihm als Rittergutsbesitzer von Leimbach zustehenden Erbzinse. Die Klage trug das Datum 31.08.1848. Der Schultheiß von Leimbach verweigerte die Herausgabe, weil Carl von Butler auf die Erbzinsen in Leimbach verzichten wollte, wozu angeblich auch schon die Zustimmung vorlag. Der Streit ging laut Aktenlage bis 1852, das Ende ist offen. Wahrscheinlich endete er mit dem Tode des Carl Friedrich von Butler am 17.09.1853. Er hinterließ 3 Söhne und 2 Töchter

  • Carl von Butler, Sächsisch-Meiningischer Kammerherr, Dietlas
  • Friedrich von Butler, Königlich-Preußischer Staatsanwalt, Salzwedel
  • Carolin Habersang, geb. von Butler, Langenfeld
  • Fanny Vultee, geb. von Butler, Dippach
  • Baron Hugo von Butler, Wildprechtroda

Aus dem Testament des Carl Friedrich von Butler geht hervor, für den Fall, dass der Staatsanwalt Friedrich von Butler seinen Wohnsitz im Butlersehen Schloss zu Leimbach nehmen will, ihm bis zum Bau einer Pächterwohnung nur die obere Etage zur Verfügung steht, da der Pächter die untere Etage bewohnt. Pächter war damals Herr Hartmann Blaufuß. In den Unterlagen befinden sich Pachtverträge von 1852, 1856 bis 1868 und eine Verlängerung bis 1880. Weitere Pächter ab 1913 waren: Herr Ritter, Herr Steinbach, Herr Schulzenstein und bis 1945 Herr Franz Blaufuß.

 



1945 bis zur Wende

1945 wurde der Besitz enteignet. Der Schlossgarten wurde durch die Bodenreform aufgeteilt und zum größten Teil mit Eigenheimen bebaut. Das Schloss diente als Wohnung für Umsiedler. Da die Gemeinde als Rechtsträger kein Geld für die Werterhaltung des Gebäudes zur Verfügung stellte, zerfiel es nach und nach. Als eine Bewohnerin durch die Decke des Bodens fiel, baute man in der heutigen Straße "Am Gehlberg" ein Mehrfamilienhaus. Die letzten Bewohner erhielten dort eine Wohnung. Das Schloss sollte dann Anfang der 80-iger Jahre saniert werden. Neue Ziegel wurden angefahren. Der gesamte Dachstuhl war aber so defekt, dass auch dieser hätte erneuert werden müssen. Ein Abriss kam nicht in Frage, da einige Teile (Turm mit Wendeltreppe ) unter Denkmalschutz standen.

Durch einige offene Stellen des Daches, welche zur Reparatur geöffnet und dann nicht wieder geschlossen wurden, drang Regenwasser ein und zerstörte alle Holzteile. Auf den Mauern siedelte sich Baumwuchs an.



Nach der Wende gab es einige Gemeindevertreter, aber auch einige Bürger, die sich für die Sanierung des Gebäudes einsetzten. Von der Denkmalsbehörde und vom Flurneuordnungsamt wurden finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt. Das oberste Stockwerk wurde komplett erneuert, neue Fenster eingesetzt, sowie die Turmtreppe und die Sandstein Fassade saniert.




Seit 2000 im Besitz von Herrn Rübsam

Im Januar 2000 wurde das Schloss an Herrn Hubert Rübsam, Geschäftsführer der Firma Manus verkauft.


Herr Rübsam kümmerte sich um die fachgerechte und liebevolle Restauration und Sanierung des Schlosses und öffnete im Jahre 2001 am "Tag des Denkmals" erstmals Tore und Türen für die Öffentlichkeit. Nachfolgend einige Impressionen vom Schlossfest.

 

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